Französische Rindfleischstücke: Namen und Verwendung
Mit bœuf ist in französischen Rezepten und beim Einkauf Rindfleisch gemeint. Paleron, poire oder faux-filet benennen einzelne Zuschnitte, deren deutsche Entsprechung nicht immer exakt ist. Für die Auswahl helfen die Lage des Stücks und vor allem die gewünschte Garmethode.
Fleisch gehört in der Bretagne zu den wichtigen Küchen-Zutaten und wird vor allem an Festtagen gern gegessen
Foto: VoyageMedia / Bretagne-Netz.de
Kurzfakten zu französischen Rindfleischstücken
- Bœuf heißt im kulinarischen Zusammenhang Rindfleisch; als genaue Tierbezeichnung ist es enger gefasst. Viande bovine ist der Oberbegriff, der auch Kalbfleisch einschließt.
- Französische und deutsche Zerlegungen sind nicht deckungsgleich. Viele Bezeichnungen benennen einen bestimmten Muskel oder Teilbereich, nicht automatisch ein deutsches Einzelstück.
- Für die Rezeptwahl zählt deshalb zuerst die Garmethode: kurz braten oder grillen, braten, schmoren (braiser) oder in Flüssigkeit garen (bouillir).
- Paleron und basses côtes werden häufig geschmort; poire, faux-filet und rumsteck eignen sich eher für kurze oder trockene Garverfahren.
- Bei jumeau unterscheiden die französischen Namen selbst: jumeau à bifteck ist für Steaks gedacht, jumeau à pot-au-feu fürs Kochgericht.
Häufige Bezeichnungen: Einordnung und Garmethode
Die deutschen Angaben in der Tabelle sind bewusst Näherungen. Sie helfen beim Einordnen, ersetzen aber keine exakte Übersetzung des Zuschnitts. Nennen Sie der Metzgerei am besten das Rezept oder die Zubereitungsart.
| Französische Bezeichnung | Deutsche Einordnung (ungefähr) | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| bœuf | Rindfleisch; kein einzelnes Teilstück. | Der genaue Zuschnitt richtet sich nach dem Gericht. |
| filet | Rinderfilet. | Zum Kurzbraten oder Braten. |
| entrecôte | Entrecôte aus dem Rippenbereich; verwandt mit der deutschen Bezeichnung. | Grillen oder in der Pfanne braten. |
| faux-filet | Rückenstück nahe dem Filet, im Roastbeef-Bereich; nicht automatisch ein deutsches Rumpsteak. | Kurzbraten, grillen oder braten. |
| rumsteck | Hinterer Bereich an Keule und Lende; nicht sicher mit Hüftsteak gleichzusetzen. | Steak, Spieß oder Braten. |
| côtes | Rippenstück, meist mit Knochen. | Grillen, braten oder im Ofen garen. |
| basses côtes | Vorderer, durchwachsener Zuschnitt; keine sichere Entsprechung zur deutschen Hochrippe. | Ragout und langes Schmoren; dünn geschnitten auch zum Grillen. |
| paleron | Schulterbereich nahe dem Hals. | Vor allem lang und sanft schmoren; pariert auch als Steak möglich. |
| poire | Kleiner, zarter Muskel aus dem inneren Keulenbereich; der Name bezieht sich auf die Form. | Steak, Fondue oder kleiner Braten. |
| jumeau à bifteck / à pot-au-feu | Zwei französisch unterschiedene Zuschnitte, ohne sichere deutsche Einzelstück-Entsprechung. | Der erste als Steak gebraten oder gegrillt; der zweite für Pot-au-feu gekocht. |
| macreuse | Schulter-/Bugbereich; Sammelbezeichnung für mehrere Teilstücke. | À bifteck zum Kurzbraten, à braiser zum Schmoren, à pot-au-feu zum Kochen. |
| gîte | Bein- beziehungsweise Wadenbereich. | Kochen oder langes Schmoren. |
| queue | Ochsenschwanz. | Langsam garen, etwa für Suppe oder Schmorgericht. |
| plat de côtes | Rippen-/Brustbereich; deutsche Bezeichnungen hängen vom Zuschnitt ab. | Pot-au-feu, Brühe oder langes Schmoren. |
| flanchet | Bauchbereich; keine verlässliche Einzelstück-Übersetzung. | Vor allem kochen oder schmoren. |
| tendron | Brust-/Spannrippenbereich, nur näherungsweise vergleichbar. | Kochen oder schmoren. |
| onglet | Langfaseriges „Stück des Metzgers“; nicht pauschal einem deutschen Zuschnitt gleichsetzen. | In der Pfanne oder auf dem Grill kurz garen. |
| hampe | Langfaseriges Teilstück, häufig als Steak zugeschnitten. | Pfanne oder Grill; kurze Garzeit. |
| bavette d’aloyau | Flanken-/Bauchmuskel mit langen Fasern. | Kurz in Pfanne oder auf dem Grill garen. |
| bavette de flanchet | Flanken-/Leistenbereich; genaue deutsche Schnittgrenzen können abweichen. | Pfanne oder Grill; nicht lange garen. |
Bei Fleischthekennamen kann auch die Verkaufsform eine Rolle spielen: Ein Stück wird ausgelöst, pariert oder für ein bestimmtes Gericht zugeschnitten. Wenn eine direkte Übersetzung fehlt, fragen Sie nach dem französischen Namen und schildern Sie, ob das Fleisch in die Pfanne, auf den Grill, in den Ofen oder in einen Schmortopf soll. Begriffe wie à griller, à poêler, à rôtir, à braiser und à bouillir nennen genau diese Zubereitungsrichtung.
Die 33 Bezeichnungen der Rindfleischgrafik
Die Grafik zeigt die französischen Namen der Teilstücke. Sie ist eine Schnittübersicht, keine Tabelle mit festen deutschen Entsprechungen: Je nach Zerlegung und Metzgerei können Grenzen und Zuschnitt abweichen.
Klicken Sie auf die Grafik, um sie zu vergrößern.

- collier
- basses côtes
- côtes
- entrecôtes
- faux-filet
- filet
- rumsteck
- queue
- rond de gîte
- tende de tranche
- poire
- merlan
- gîte à la noix
- araignée
- plat de tranche
- rond de tranche
- mouvant
- gîte
- aiguillette baronne
- onglet
- hampe
- bavette d'aloyau
- bavette de flanchet
- flanchet
- plat de côtes
- tendron
- milieu de poitrine
- gros bout de poitrine
- macreuse à bifteck
- paleron
- macreuse à pot-au-feu
- jumeau à bifteck
- jumeau à pot-au-feu
Nach Rezept und Garmethode wählen
Für ein Steak oder einen Grillspieß sind faux-filet, rumsteck oder – je nach gewünschtem Stück – poire passende Ausgangspunkte. Für ein lang geschmortes Gericht kommen etwa paleron oder basses côtes infrage. Diese Einordnung folgt den französischen Empfehlungen für die jeweiligen Stücke; sie ist keine Garantie, dass jede Metzgerei denselben Zuschnitt liefert. Fragen Sie bei Bedarf nach der Zubereitungsempfehlung und lassen Sie sich eine Alternative nennen, falls genau der gewünschte Schnitt nicht verfügbar ist.
Ein konkretes Gericht finden Sie bei den bretonischen Rindfleischrezepten. Weitere Gerichte stehen bei den Rezepten aus der Bretagne. Einen Überblick über passende Zutaten gibt es bei den Küchenzutaten der Bretagne; weitere Hintergründe zur bretonischen Küche helfen bei der regionalen Einordnung. Wer Zutaten vor Ort einkaufen möchte, kann die Markttage in der Bretagne für die Reiseplanung heranziehen; konkrete Markttage und Öffnungszeiten sollten für den jeweiligen Ort aktuell geprüft werden.
Französische Fachinformationen zu den Namen der Teilstücke und ihrer Verwendung bietet INTERBEV in der Informationsrubrik La Viande.
FAQ / Häufige Fragen zu französischen Rindfleischstücken
Was bedeutet bœuf auf einer französischen Speisekarte?
Im kulinarischen Zusammenhang bedeutet bœuf Rindfleisch. Als genaue Tierbezeichnung meint das französische Wort ein ausgewachsenes kastriertes männliches Rind; als Sammelbezeichnung im Fleischhandel kann es mehrere Kategorien von Rindern umfassen. Viande bovine ist der weitere Fachbegriff und schließt auch Kalbfleisch ein.
Ist poire eine Birne oder ein Rindfleischstück?
Auf einer Fleischkarte ist poire ein kleines, zartes Stück aus dem Keulenbereich. Der Name verweist auf seine Form. Es wird unter anderem als Steak oder für Fondue verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen jumeau à bifteck und jumeau à pot-au-feu?
Die französischen Bezeichnungen unterscheiden den vorgesehenen Zuschnitt und seine Verwendung: jumeau à bifteck wird als Steak gebraten oder gegrillt; jumeau à pot-au-feu ist für das Garen im Kochgericht gedacht. Eine feste deutsche Entsprechung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ist basses côtes dasselbe wie Hochrippe?
Nicht verlässlich eins zu eins. Basses côtes bezeichnet einen vorderen, durchwachsenen französischen Zuschnitt, der geschmort oder in dünnen Scheiben auch gegrillt werden kann. Die Abgrenzung zu deutschen Teilstücken hängt von der jeweiligen Zerlegung ab.
Was ist faux-filet?
Faux-filet ist ein Rückenstück nahe dem Filet und eignet sich zum Kurzbraten, Grillen oder Braten. Die Schreibweise lautet faux-filet; mit deutschem Rumpsteak ist es nicht automatisch identisch.
Wie bestelle ich ein passendes Stück, wenn die deutsche Übersetzung fehlt?
Nennen Sie das Gericht und die gewünschte Garmethode – zum Beispiel kurz gebraten, gegrillt, geschmort oder gekocht – und fragen Sie nach dem empfohlenen Zuschnitt. So lässt sich eine passende Alternative finden, ohne sich auf eine unsichere Wort-für-Wort-Übersetzung zu verlassen.